Was ist ein Naturdenkmal?

Der Begriff »Naturdenkmal« wurde schon von Alexander von Humboldt benutzt, taucht aber erst nach 1900 in Lexika und Wörtbüchern auf. Naturdenkmale sind heute gemäß Bundesnaturschutzgesetz durch Rechtsverordnung festgesetzte »Einzelschöpfungen« der Natur oder entspr. Flächen bis 5 ha. Als Einzelschöpfungen kommen neben Felsen, Höhlen, Wasserfällen, Quellen auch alte und seltene Bäume und Alleen in Betracht. Und damit befindet man sich im Botanischen Garten Rombergpark, der ohnehin durch seine berühmten Arboreten in aller Welt bekannt ist.

Hier sind u. a. sowohl Einzelbäume als auch Baumgruppen geschützt, die besonders typisch oder prägnant sind, als Bäume, die sich von anderen Bäumen ihrer Art durch ihr Alter und ihre individuellen Eigenheiten unterscheiden und sich somit wegen ihrer Besonderheit von anderen Objekten abheben. | Eb

Die Platanengruppe am Schlossteich

Am Hauptweg, vom Torhaus aus gesehen, stehen am Ufer des großen Teiches 3 mächtige Platanen. Eine weitere befindet sich auf demselben Weg, etwa am Ende des Teiches, zu Beginn der großen Talwiese. Sie sind wohl 1822 gepflanzt worden, gehörten also schon zum Bestand des ehemals adeligen Schlossparks. Heute haben sie einen Stammumfang von etwa 4,60 m.

Der Ursprung der Platane ist unbekannt, aber vermutlich handelt es sich um eine Kreuzung zwischen der Morgenländischen und der Amerikanischen Platane. Mehrere lateinische Bezeichnungen finden Verwendung. Manche Autoren nennen sie Platanus x hispanica, bei anderen findet man die Namen Platanus hybrida oder Platanus x acerifolia. Letzterer wegen der Ähnlichkeit der Blätter zu denen des Spitz-Ahorns. Und daher hat sie auch ihren deutschen Namen, nämlich Ahornblättrige Platane. Sie  gehört zur Familie der Platanaceae, die nur aus einer Gattung besteht.

Der Baum ist schnellwüchsig, erreicht je nach Standort eine Höhe bis zu 35 (40) m und bildet eine bis zu 30 m breite Krone aus.

Auffällig ist die hell- bis graubraune Borke, die sich alljährlich im Sommer in unregelmäßig verteilten, mehr oder weniger großen Platten ablöst und die darunter liegende Rinde als helle Flecken enthüllt.

Die mit einem langen Stiel ausgestatteten, festen Blätter sind spitz zulaufend 3 – 5 fach gelappt.

Zeitgleich mit den Blättern entwickeln sich die kleinen männlichen und etwas größeren weiblichen Blütenstände, beide kugelig und relativ unscheinbar. Die ebenfalls kugeligen, stachelig aussehenden Fruchtstände mit kleinen, behaarten Nüsschen hängen zu mehreren an langen Stielen und verbleiben nach dem Blattfall noch lange am Baum.

Heute wird dieses Gehölz in weiten Teilen der Welt angepflanzt und hat sich besonders wegen seiner Unempfindlichkeit gegenüber Luftverschmutzungen als Stadt- und Straßenbaum etabliert. Außerdem verträgt dieser Baum starke Rückschnitte und kann somit den Straßenverhältnissen gut angepasst werden. | Text: Hi, Foto: Eb

Die Berg-Mammutbäume an der »kleinen Talwiese«

Berg-Mammutbaeume_HenningAm oberen Ende des Seitentales, das im Frühjahr durch eine Flut von Krokussen in einem leuchtenden Blau erstrahlt, steht ein Ensemble von 10 Mammutbäumen. Es handelt sich um Berg-Mammutbäume mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Sequoiadendron giganteum. Synonyme deutsche Namen sind Riesen-Mammutbaum oder Wellingtonie. Beheimatet sind diese Riesenbäume, die zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) gehören, an den Westhängen der Sierra Nevada in Kalifornien in Höhenlagen von 1500 – 2500 m. Heute wachsen sie dort in geschützten Bereichen, sind teilweise bis zu 3000 Jahre alt, erreichen Wuchshöhen von über 80 m und Stammumfänge von gut 30 m.

In West- und Mitteleuropa werden diese imposanten Großbäume seit der Mitte des 19. Jh. in Parkanlagen angebaut, gelegentlich auch in Wäldern und können Höhen von 40 (50) m erreichen. Der Stamm wächst bis zur Spitze durchgehend gerade und zeigt einen kegelförmigen Wuchs. Dabei nimmt er zunächst weniger an Höhe, sondern mehr an Umfang zu. Anfangs bildet der Baum tief ansitzende Äste aus, die er aber im höheren Alter verliert. Die Exemplare im Rombergpark weisen einen Stammumfang von durchschnittlich 4 m auf.

Charakteristisch ist die weiche, rötlichbraune, tiefrissige und sehr dicke Borke. Die immergrünen, sich überlappenden, schuppen- bis pfriemenförmigen, spitzen Blätter sind blaugrün bis dunkelgrün gefärbt und bedecken die Triebe komplett. Die grünen, 5-8 cm langen Zapfen stehen zunächst aufrecht, nehmen später nach der Befruchtung der Samen allmählich eine bräunliche Färbung an und hängen dann herab. Die männlichen Blüten sind relativ unscheinbar und sitzen am Ende kurzer Triebe.

Die Wurzeln dieser mächtigen Bäume wachsen nur wenig in die Tiefe, dafür aber sehr ausgedehnt in die Breite. Das verleiht den Bäumen eine sehr gute Standfestigkeit, die auch starken Stürmen trotzen kann. Zudem weisen sie eine ausreichende Frosthärte auf, sodass sie auch sehr tiefe Temperaturen vertragen. | Text und Foto: Hi

Der Gingko biloba »Tremonia«

Im Botanischen Garten Rombergpark befindet sich kurz hinter dem Haupteingang am Torhaus auf der rechten Seite noch vor dem Eiskeller ein Ginkgo biloba – Ginkgobaum, Fächerblattbaum. Er ist der einzige Überlebende der Familie der Ginkgoaceae. Bei diesem besonderen Exemplar handelt es sich um die Sorte »Tremonia« (Tremonia ist lateinisch und bedeutet »Dortmund«). Er wurde 1930 gepflanzt und ist mittlerweile zu einem stattlichen Baum mit einem Stammumfang von 270 cm herangewachsen. In etwa 5 m Höhe verzweigt sich der Stamm zu mehreren, straff aufrecht wachsenden Nebenstämmen, die zu einer schlank pyramidalen bis säulenförmigen Krone führen. Durch zahlreiche, beinahe waagerecht abstehende Äste gewinnt der Baum auch an Breite. Ginkgobäume können eine Höhe bis zu 30 und mehr erreichen und sehr alt werden.

Ginkgo_Tremonia_BGR_web_HenningDer Ginkgobaum zählt weder zu den nacktsamigen Nadelgehölzen, noch zu den bedecktsamigen Laubgehölzen. Er nimmt daher eine Sonderstellung ein. Bereits vor 150 – 200 Millionen Jahren besiedelte der Ginkgo weitflächig die Erde und gilt daher als lebendes Fossil. Erst mit der letzten großen Eiszeit ist er aus den meisten Standorten verdrängt worden und überlebte nur in einem Areal Ostchinas. Heute gedeiht der Ginkgo auf der Nordhalbkugel in fast allen gemäßigten Zonen.

Auffällig sind die langgestielten, fächerförmigen, eingeschnittenen oder gelappten Blätter mit gabeliger Nervatur. Besonders im Herbst bietet der Baum mit einer intensiven goldgelben Färbung einen wunderschönen Anblick.

Ginkgos sind zweihäusig. Sie bilden also entweder nur kätzchenförmige männliche oder nur einzeln stehende weibliche Blüten aus. Die mirabellenähnlichen Früchte verbreiten im Reifezustand einen unangenehmen Geruch. Daher werden männliche Bäume häufig bevorzugt. Das hier beschriebene Exemplar ist männlich und gilt als Ursprung der Sorte »Tremonia«.

Der Habitus und die Herbstfärbung verleiht dem Ginkgo als Solitär in Parkanlagen und großen Gärten eine besondere Attraktivität. Aufgrund der Widerstandskraft gegenüber Luftverschmutzungen wird der Baum häufig auch als Bewuchs in städtischen Straßen geschätzt.

Interessant ist die Verwendung in der pharmazeutischen Industrie. Die grünen Blätter der in Plantagen gezogenen Bäume liefern Wirkstoffe aus der Gruppe der Flavonoide und Terpenlactone, deren Wirkung auf einer verbesserten Mikrozirkulation und damit Durchblutung in Hirnarealen beruht. Daraus ergibt sich der Einsatz u.a. bei Altersdemenz oder Schwindelerkrankungen.

Erwähnenswert ist die Verwendung der Blattform als Stilelement in der Kunst, besonders zur Zeit des Jugendstils. | Text und Foto: Hi

Die Farnblättrige Buche (Fagus sylvatica »Asplenifolia«)

Farnblaettrige_Buche_HenningZwischen der Linden-Allee und dem Hauptweg entlang des großen Teiches steht ein ganz besonderer Baum, eine Farnblättrige Buche, Fagus sylvatica »Asplenifolia«. Sie gehört zur Familie der Buchengewächse, Fagaceae, die mit sehr zahlreichen Arten in den nördlichen gemäßigten Zonen beheimatet sind. Gepflanzt wurde sie im Jahre 1804 und zählt wohl zu den ältesten Bäumen des Rombergparks. In dieser langen Zeit hat sie sich zu einem mächtigen Exemplar mit einem Stammumfang von 4.60 m entwickelt. Ein solcher Baum kann seine optische Wirkung natürlich nur als Solitärgehölz entfalten.

Charakteristisch für diese Sorte, die eine Höhe von 15 bis 25 m erreicht, ist das dichte fast bis zum Boden reichende Astwerk. Die Zweige tragen farnartige Blätter, deren schmalen Spreiten stark zipfelig gelappt und tief eingeschnitten sind. 

Von der Linden-Allee aus gesehen erhält man einen guten Einblick in die Astwerkstruktur des Gehölzes. Hingegen zeigt der Baum von der gegenüberliegenden Seite eine komplette Belaubung von der Krone bis zum Boden. Dadurch und wegen seiner besonderen Wuchsform erhält er ein glockenförmiges Aussehen. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass die unteren Äste durch Bodenberührung Wurzeln geschlagen haben und mit kräftigen, belaubten Trieben aufwärtsstrebend entstandene Lücken füllen. / Text und Foto: Hi