Waldreben im Botanischen Garten

Clematisgarten_BGR_Stand_Maerz-2019Der Clematisgarten befindet sich zwischen der Lindenallee und dem »Staudenbeet in Englischer Tradition«, angrenzend an den Spielplatz und den Betriebshof des Parks. Er wurde ursprünglich unter Dr. Otto Bünemann angelegt, der von 1975 bis 1995 den Botanischen Garten Rombergpark leitete.

Die meisten, zunächst 150 vorgesehenen Clematis-Sorten wurden im Frühjahr 1979 gepflanzt. Als Rankhilfen dienten Stahlpyramiden, da viele Clematis eine Stütze zum Klettern benötigen. Auch damals schon wurden frühblühende Alpinas, Wildarten-Selektionen, großblütige Hybriden, kleinblütige und spätblühende Orientalis-Sorten gepflanzt, ebenso wie die staudenartig wachsenden Sorten. Im Laufe der Jahre fielen viele Exemplare der Clematiswelke, einer Pilzkrankheit, zum Opfer. Teilweise wurde nachgepflanzt und neue Rankhilfen platziert.

Seit Sommer 2015 gärtnere ich ehrenamtlich im Clematisgarten und pflege dort die Zierpflanzen. Da ich Clematis schon immer sehr mochte, lagen mir diese besonders am Herzen und mir fiel auf, dass einige Clematispflanzen eher kümmerlich wuchsen oder ganz eingegangen waren, sodass die Rankhilfen teilweise nur spärlich bewachsen waren. So kam mir die Idee, aus eigener Initiative ein paar neue Clematis zu spenden. In einem Gespräch mit Parkdirektor Dr. Knopf wurde dann klar, dass sowieso eine umfangreiche Nachpflanzung angedacht war und so gab mir Dr. Knopf die Möglichkeit, einen Plan für die Neubepflanzung zu erstellen. Im Mai 2016 war der neue Bepflanzungsplan fertig. Hierbei bezogen wir auch die Wildrosen, Sträucher und Bäume als mögliche Standorte für die Clematis mit ein, in die sie hineinranken sollen.

Die vorhandenen älteren Rankhilfen waren oft verrostet und dadurch unansehnlich oder entsprachen nicht mehr dem Zeitgeist. So sollten ursprünglich einheitlich neue Rankgerüste bestellt werden, doch kam 2018 die Gelegenheit, neue Rankhilfen von Kunstschweißern aus Bulgarien fertigen zu lassen. Die Idee stammt von Kulturdezernent Jörg Stüdemann, der die Schweißer in der bulgarischen Stadt Plovdiv, Europäische Kulturhauptstadt 2019, kennenlernte und sie als Teil einer Kooperation der Stadt Dortmund mit Plovdiv an den Rombergpark und Westfalenpark vermittelte. Im Herbst 2018 wurden die Rankhilfen von den Kunsthandwerkern direkt vor Ort am Betriebshof des Rombergparks gefertigt.

Aus verschiedenen Gründen konnte mit der Umsetzung der Neubepflanzung erst im Winter 2018/2019 begonnen werden. Seit März 2019 stehen nun die künstlerisch mit Insekten verzierten Rankgerüste an ihren Plätzen. Es gibt drei verschiedene Motive: eine Kegelform, ein »Baummotiv« mit Blättern und Trieben und ein Motiv mit Würfeln, das repräsentativ für das Thema »Kultur« steht. Im Winter, wenn die Clematis meistens sehr unscheinbar sind, zeigt sich der Clematisgarten also auch als Skulpturengarten.

Clematisgarten_Baummotiv-Rankhilfen_1

Zwischen Januar und März 2019 pflanzten wir, die zuständige Gärtnerin Frau Gorzkowski und ich, 149 neue Clematispflanzen.

Davon:

  • 17 Viticella-Sorten
  • 12 Hybrid-Sorten
  • 6 Orientalis/Tangutica-Sorten
  • 11 Integrifolia-Sorten (Staudenclematis)
  • 4 atragene Sorten (Alpina, Macropetala, Koreana)
  • 8 Texensis-Sorten
  • 4 Sorten der Sondergruppen

Namen wie »Purple Spider«, »Silver Moon« oder »Baby Blue« lassen auf ihr Aussehen und ihre Größe schließen. Anderen Namen sieht man die Herkunft der Züchtungen an, wie z. B. »Polish Spirit« oder ihren geographischen Ursprung, wie z. B. »Mandshurica nana«. Der Name einer berühmten Persönlichkeit ist auch darunter: »Princess Diana«. Einige duften und sind daher bewusst nah am Weg gepflanzt worden (Flammula, Mandshurica nana, Jouiniana praecox). Etliche Sorten sind auch Insektenweiden, so z. B. die Clematis Vitalba (Altbestand) oder die neugepflanzten Orientalis-Sorten – an ihnen summt und brummt es nur so während ihrer Blütezeit. Sie wachsen von ganz klein als Bodendecker (z. B. Staudenclematis Baby White), über mittlere Größen in Rosenbüsche hinein (z. B. Lathkill Dale), bis in 4 bis 5 Meter Höhe in größere Bäume (z. B. Fond Memories, Pink Princess). Die meisten Texensis-Sorten bilden wunderschöne und interessante Fruchtstände, aber auch einige Hybriden wie »Omoshiro«. Es gibt sonnenhungrige (Rehderiana und Texensis-Sorten) sowie sehr schattenverträgliche Sorten (Fuyu-no-tabi, Jeanne's Pink).

Einen vollständigen Standortplan mit Altbeständen und Neupflanzungen finden Sie oben rechts zum Herunterladen. Eine komplette Liste mit weiteren Informationen zum Standort und Blütezeit können Sie ebenfalls herunterladen und ansehen: Clematisgarten Bot. Garten Rombergpark Bestandsliste (Fotos: Freundeskreis und Clematiskulturen Westphal)

Der Freundeskreis hat die Kosten für sämtliche neue Pflanzen hierbei übernommen, insgesamt rund 980,– Euro.

Es hat großen Spaß gemacht, an der Planung und Neubepflanzung des Clematisgartens zu arbeiten und ich freue mich darauf, auch weiterhin das hoffentlich gute Ergebnis betreuen und erleben zu dürfen. Ich bin gespannt, wie es von April bis in den Oktober hinein immer irgendwo im Clematisgarten blühen wird. Sabine Seichter

Neue Bilder folgen im Laufe des Sommers.